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Presse: Karate ist vor allem ein Kampf mit sich selbst Drucken E-Mail
Mittwoch, 5. April 2006

Von Frank Saltenberger

Arnoldshain. «Yoi» gab Susanne Anders mit ruhiger Stimme ein Kommando, öffnete dabei schulterbreit ihre Beine und führte die Arme bogenförmig vor den Körper. Gelassenheit und Spannung gleichermaßen zeichnete die Haltung aus, und die vier Sportler ihr gegenüber taten es ihr nach. Doch aller Anfang ist schwer, und der Beobachter erkannte auch in dieser scheinbar simplen Grundstellung den Unterschied von jahrelangem Karate-Training und erster Schnupperstunde.

 

Zu einem Workshop für Anfänger hatte das Karate-Dojo Schmitten eingeladen, und so reihten sich zwischen Gelbgurt Jonas und Grüngurt Claudia – Claudia Loepp, zugleich Vorsitzende des Vereins – die beiden Neulinge Andreas und Günter.

 

Ohne Aufwärmen ging nichts. Aber auch dafür nutzte die Trainerin bereits Übungen mit Koordinationseffekten wie vorwärts und rückwärts laufen mit einem Partner. Dann folgten schon die ersten Grundtechniken und die wichtigste Waffe des Karatekas ist bekanntermaßen die Faust beziehungsweise die unbewaffnete Hand, was aus dem Namen Karate abgeleitet werden kann.

«Den Daumen unten an die Finger legen», erklärte Dan-Trägerin Susanne Anders die Feinheiten und auch, was passiert, wenn man dies nicht beherzigt. «Die Knochen könnten brechen», sagte sie und demonstrierte die falsche Haltung durch einen abgespreizten Daumen. Noch ein Detail wurde geklärt: Getroffen wird mit den Knöcheln von Zeige- und Mittelfinger und die müssen auf einer Achse mit dem Unterarm liegen. Wichtig sei die Gegenbewegung: «Wenn eine Faust nach vorne schnellt», erklärte Anders, und ihre tat es dabei in kaum wahrnehmbarer Geschwindigkeit, «wird die andere zurückgezogen.» Sie machte es mehrfach vor und blitzschnell waren die Fäuste am richtigen Platz, der Karateanzug schepperte bei jedem Schlag, als könnte er ebenfalls nicht folgen. Dann noch einmal langsam zum Mitmachen: Andreas und Günter versuchten es und koordinierten Rechte und Linke. Die eigene Bewegung warf sie fast aus dem Gleichgewicht. Die Trainerin stand dagegen wie eine Eins und erklärte:

 

«Der ganze Körper wird angespannt, vor allem der Bauch.» Die Neulinge verstanden das Prinzip, und nach einigen Wiederholungen sah es schon besser aus. Dann wurde die erste Wendung aus einem Ausfallschritt heraus geübt. «Das hintere Bein zur Seite setzen, dann erst die Drehung um die eigene Achse, dabei nicht nach oben kommen und das Knie nicht zu weit nach vorne», erklärte Anders.

 

Auf viele Details war zu achten, doch die Bewegungen der Trainerin und der Fortgeschrittenen machten Mut und motivierten. Karate, so schien es, ist vor allem ein Kampf mit sich selbst, und Susanne Anders brachte es auf den Punkt: «Ihr braucht vor allem eines, Geduld und Spucke.» Wer beides aufbringt, der wird allerdings die Effekte des den ganzen Körper trainierenden Sportes spüren.

 

«Karate ist eine umfassende Körper- und Geistesschulung und Selbstbeherrschung», so wirbt das Schmittener Dojo. Der Kampfsport sei für Jedermann und -frau in jedem Alter geeignet.

 

Über die Trainingszeiten gibt die Website Auskunft. Das Schnuppertraining im April wird montags von 19.15 bis 20.45 Uhr sowie freitags von 18.30 bis 20 Uhr angeboten.

 

Weitere Infos unter www.karate-schmitten.de

 
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